Die im Juli 2025 in Kraft getretenen neuen EU-Vorschriften für Medizinprodukte (MDR) zwingen Hersteller kommerzieller Schönheitsgeräte dazu, ihre Compliance-Strategien zu überarbeiten. Geräte wie Hochfrequenzstäbe und Systeme mit intensivem gepulstem Licht (IPL) erfordern jetzt eine Zertifizierung der Klasse IIa, wodurch sich die Markteinführung um sechs bis zwölf Monate verzögert. Deutsche Marken wie Braun und Swissline haben sich schnell angepasst, kleinere Anbieter stehen jedoch vor Herausforderungen durch den kostspieligen Genehmigungsprozess.

Auch Nachhaltigkeit rückt zunehmend in den Fokus, wobei Frankreich bei der Entwicklung energieeffizienter Spa-Ausstattung führend ist. Die professionelle Abteilung von L'Oréal hat kürzlich ein CO2-neutrales Mikrostromgerät vorgestellt, während in Großbritannien ansässige Kliniken solarbetriebene LED-Therapiebetten einsetzen. Trotz regulatorischer Hürden wächst der Markt stetig, insbesondere in Osteuropa, wo medizinische Spas auf Kryotherapie und EMS-Muskelaufbau ausgeweitet werden. Analysten prognostizieren eine Konsolidierungswelle, da nur gut finanzierte Unternehmen mit den neuen Regeln zurechtkommen.